Downsyndrom

paula-fischbacher

3×21
Down- Syndrom
Down- Syndrom ist keine Krankheit, sondern eine zufällige genetische Konstellation.

In jeder Körperzelle des Menschen sind 23 Chromosomenpaare, somit 46 Chromosomen. Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das Chromosom 21 dreifach statt doppelt vorhanden (deshalb der Name Trisomie 21, „3×21“). Menschen mit Down-Syndrom haben somit in jeder Körperzelle 47 statt 46 Chromosomen.

Das Erbgut jedes Menschen ist einzigartig. Deshalb ist das Down-Syndrom zwar seltener, aber von Natur aus so normal wie jede andere Chromosomen-Konstellation. Es gibt kein Erbschlecht!

Obwohl sich heute über 90% der Mütter für einen Abbruch der Schwangerschaft entscheiden, wenn das Down-Syndrom vor der Geburt erkannt wird, kommt auf ca. 800 Geburten ein Kind mit Down-Syndrom. Für Deutschland bedeutet dies, dass jährlich ca. 1200 Kinder mit Down-Syndrom geboren werden.

Down-Syndrom findet man überall auf der Welt und bei allen Bevölkerungsschichten.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Integration“ ist das Lieblingswort, das Politiker und alle Wohlmeinenden beim Thema Andersartigkeit verwenden und ansprechen. Wir Eltern von Kinder mit Down-Syndrom sind sicher nicht undankbar für die Bemühungen und Fortschritte der letzten 30 Jahre zu diesem Thema; trotzdem macht es uns oft traurig, wie intensiv wir in vielen Dingen immer noch kämpfen – besonders in der heutigen Zeit um Daseinsberechtigung und Anerkennung.

Nich nur das. Integration ist deshalb notwendig, weil wir vorher „ausgeschlossen“ haben. Wir arbeiten weiter intensiv daran, unserem Umfeld zu zeigen, dass ein modifiziertes Genprogramm kein Unglücksfall ist und für gereifte Eltern auch kein Grund sich gegen das Kind zu entscheiden. Ein kleiner Lichtblick in die richtige Richtung: in den USA sind Kinder mit Down-Syndrom als Adoptivkinder „vergriffen“. DS wird in den USA heute eher als ein zu bewältigender Unterschied gesehen und nicht mehr als ein unüberwindliches Problem. In diesem Sinne: vielen Dank für jede Unterstützung (damit auch unsere kleinen persönlichen Unterschiede nicht irgendwann mal nicht mehr gesellschaftsfähig sind).

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Menschen mit Down-Syndrom

… haben untereinander gewisse Ähnlichkeiten im Aussehen und Verhalten, aber alle haben individuelle Fähigkeiten und Begabungen. Madeline Stuart aus Brisbane beispielsweise lief 2015 als erstes Model mit Downsyndrom über den Lauftsteg bei der New York Fashion Week. Und Bobby Brederlow aus Deutschland lebt seinen Traum als Schauspieler, spielte im Tatort und hat einen Bambi und eine goldene Kamera erhalten. Sujeet Desai aus New York ist Profi-Musiker und spielt sieben Instrumente und Laura Brückmann aus Baden-Württemberg tritt seit 2009 als Tänzerin auf.

 führen ein selbstbestimmtes Leben und können alleine wohnen. Obwohl viele gerne zuhause bei ihrer Familie wohnen bleiben, gibt es auch zahlreiche Menschen mit Downsyndrom, die eine eigene Wohnung haben. Das klappt mit Unterstützung von einem Betreuer oder auch einem Familienmitglied, das ein-, zweimal die Woche vorbeischaut. Geholfen wird bei unterschiedlichen Sachen: Post vom Amt oder Bankgeschäften. Auch in WGs oder Wohnheimen wohnen Menschen mit Downsyndrom – ob lieber allein oder doch zusammen ist dabei abhängig vom Typ.

 sind lernfähig und besuchen Regel-Kindergärten und immer öfter auch integrative Schulen. Sie können lesen und schreiben. Das tun sie auf ihre besondere Art, mit eigenwilliger Rechtschreibung und ungewohnter Satzstellung, aber sie schreiben. Seit 1998 füllen Menschen mit Downsyndrom das Hochglanzmagazin „Ohrenkuss“ mit Worten zu Themen, die sie bewegen. Über 60 Autorinnen und Autoren zählt das Ohrenkuss-Team, alle haben Trisomie 21 und so viel zu schreiben über das Leben und die Welt.

 arbeiten sozialversicherungspflichtig, häufig in beschützenden Werkstätten und junge Erwachsene auch vermehrt am offenen Arbeitsmarkt. Sie arbeiten in Pflege- und Altenheimen, als Hausmeister, Helfer im Krankenhaus, Friseure, Bäcker, Küchenhilfe und vieles mehr. Die Arbeit ist den Menschen mit Downsyndrom sehr wichtig. Die Neugier treibt sie an und der Wunsch in ihrem Traumberuf zu arbeiten. Sei es Pilot oder Dirigentin.

 wünschen sich das Gleiche vom Leben wie alle anderen. Einen Job, ein schönes Zuhause und einen Partner. Sie wollen reisen können, lachen und glücklich sein. Dazu brauchen Sie liebevolle Annahme in der Familie und Akzeptanz in der Gesellschaft. Denn das sind die Grundvoraussetzungen für eine gute Entwicklung – genauso wie für jeden anderen auch.

 lieben intensiv und ehrlich, haben feste Partnerschaften und gründen Familien. Liebe und Freundschaft ist ein wichtiger Teil des Lebens der Menschen mit Downsyndrom. Sie zeichnen sich durch besondere Empathiefähigkeit aus und haben ein außergewöhnliches Maß an Einfühlungsvermögen. Deshalb suchen Sie nach Partnern fürs Leben, heiraten und bekommen Kinder. Diese werden übrigens nicht zwangsläufig mit Trisomie 21 geboren. Auch in unserem Verein gibt es ein Liebespaar.

Ihre sozialen Kompetenzen sind Ihre Stärke – ein wohltuender Ausgleich in unserer hektischen, emotionsarmen Leistungsgesellschaft!