Ich heiße Felix und meine ältere Schwester hat das Downsyndrom

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Felix ist 16 Jahre und Auszubildender zum Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik. Er hat eine ältere Schwester, Susanne. Sie ist 18 Jahre und Schülerin. Eigentlich passen die älteren ja auf die jüngeren Geschwister auf, sind Vorbild und zeigen wo es langgeht. Bei Felix und Susanne ist das manchmal etwas anders, denn Susanne hat das Down-Syndrom. In einem Interview erzählt uns Felix warum er das Wort “behindert” nicht mag, was er von seiner Schwester lernen durfte und wobei er sie unterstützt.

 1. Was erzählst du, wenn du gefragt wirst, was mit deiner Schwester los ist und was das Down-Syndrom eigentlich ist?
Ich erkläre, dass das Down-Syndrom auch Trisomie 21 genannt wird und beim 21. Chromosom drei Chromosomen vorhanden sind anstatt zwei. Das Wort behindert mag ich nicht, deshalb sage ich immer meine Schwester ist in ihren Fähigkeiten eingegrenzt.

2. Welcher Beruf passt zu Susanne und warum?
Ich finde, dass Susanne sehr gut ins Hotelfach passen würde. Sie mag den Umgang mit Menschen, sie ist sehr freundlich und würde z.B gut in den Zimmerservice passen.
 
 3. Was glaubst ist Susannes größter Traum?
Ich glaube ihr größter Traum wäre es einmal einen Filmstar zu treffen. Z.B Violetta von Disney
 
4. Was kann Susanne besser als Du?
Sie ist sehr geduldig und kann Dinge besser abwarten. Ich bin immer sehr ungeduldig und möchte, dass alles schnell geht.
 
5. Was schätzt du an ihr?
Sie ist liebevoll zu Menschen und ein sehr offener Mensch. Sie geht auf jeden sofort zu und redet mit jedem, auch mit Leuten, die sie gar nicht kennt.  Sie ist unvoreingenommen.
 
6. Beschreibe deine Schwester mit 3 Worten!
süß- träge- fröhlich
 
7. Was mag Susanne gar nicht?
Susanne mag keine sportlichen Aktivitäten wie spazieren gehen oder wandern.
 
8. Warum ist deine Schwester wichtig für dich?
Weil Susanne ein Teil meiner Familie ist und wenn sie nicht in meiner Familie wäre, wäre mein Leben ziemlich langweilig. Ich glaube sie hat viel verändert. Sie hat meine Persönlichkeit verändert und meine Lebenseinstellung. Ich denke viel mehr nach über das was ich mache und sage.
 
9. Braucht Susanne dich in gewissen Situationen?
Susanne braucht mich, um den Fernseher richtig einzustellen und Filme zu schauen. Aber auch um unser Bruder-Schwester-Ding zu erleben. Sich gegenseitig ärgern und wieder vertragen.
 
10. Was wünscht du Susanne für die Zukunft und ihr weiteres Leben?
Ich wünsche ihr keine Probleme bei dem was vorhat im Leben. Dass sie nicht verarscht wird, sondern dass sie glücklich ist mit dem Leben das sie hat.
 
11. Spielt das Down Syndrom irgendeine Rolle für dich?
Das Down Syndrom spielt absolut keine Rolle für mich.
 
Lieber Felix, danke für das sehr ehrliche und schöne Interview.

Geschwister sind für einander da –Streiten und Verzeihen – Geben und Nehmen – Helfen und Trösten – Lachen und Weinen – halten zusammen – Seite an Seite – Für Immer.